Computer und neue Medien im Unterricht

Der folgende Artikel soll versuchen aufzuzeigen, welche Wirkungen und Einflüsse die Technik, in diesem Fall Computer und neue Medien, auf den Unterrichtsalltag haben. Da Computer heute im Schulalltag fast den gleichen Stellenwert einnehmen, wie einst Tafel und Kreide, ist es von Nöten, dass sich nicht nur angehende Lehrer mehr als durchschnittlich mit dieser neuen Technik auskennen, sondern, dass sie ebenfalls in der Lage sind, ihren Schülerinnen und Schülern und gegebenenfalls auch Kolleginnen und Kollegen genügend Wissen und Kenntnisse darüber zu vermitteln.

Computer nehmen einen immer größeren Stellenwert im alltäglichen Lernprozess ein. Nicht nur Schüler und Lehrer, sondern auch Studenten werden immer mehr „gezwungen“ mit Computern, Lernplattformen, Software und Lernprogrammen umzugehen. Dieser Bereich ist bereits schon so komplex, dass es beispielsweise an der Pädagogischen Hochschule Kurse der Didaktischen Werkstatt gibt, bei denen man eine Anleitung für die verschiedenen, manchmal doch sehr komplexen Medienvielfalt erhält.

Ich möchte versuchen, den Blickwinkel meiner Arbeit auf meine Fächer Englisch, Geographie und Politikwissenschaften zu lenken und auch an Beispielen zu erläutern, wie sich nicht nur die Lehrerrolle, sondern auch der Unterrichtsablauf verändert hat.

Vor- und Nachteile des Lernens mit/ am Computer

Vorteile:

  • Computerlehre ermöglicht dem Schüler ein Lernen nach individuellem Tempo. Wer Zeit braucht, wird nicht gehetzt. Wer schnell auffasst, muss nicht auf der Stelle treten
  • Der Lerner kann auch einen individuellen Lernweg mit einer Stoffauswahl und einer Schwierigkeit durchlaufen, die seiner Leistungsfähigkeit entspricht
  • Der Computer ist unparteiisch und Objektiv. Er kennt keine menschlichen Launen und keine Ungeduld. Computerlehre ist also weniger mit störenden Gefühlsäußerungen belastet als humane Lehre.
  • Der Schüler kann in einer vertraulichen Atmosphäre für sich alleine lernen
  • Der Lerner erhält immer ein umgehendes Feedback über seine Leistungen
  • In der Computerlehre geht kein Schüler unter. Auch Schüler, die im traditionellen Unterricht, zumal im Formalunterricht, übersehen würden, erhalten eine gezielte Förderung.
  • Die Computerlehre kennt keine Schwankungen der Lernleistung wie sie bei menschlichen Lehrern die Regel ist.
  • Computerlehre fördert die Selbstverantwortung des Lerners durch die Individualisierung und aktive Gestaltung der Instruktion.
  • Computerlehre entlastet den Lehrer von mancherlei unangenehmen und aufwendigen Arbeiten, z.B. von routinemäßigem Üben, von Leistungsüberprüfungen und Korrekturen und verschafft ihm dadurch mehr Zeit für pädagogisch wichtige Tätigkeiten [Sacher 1990]

Nachteile:

  • Die Individualisierung der Computerlehre bleibt auf halbem Wege stehen. Das Programm entscheidet über den Verlauf des Lernwegs und nicht der Schüler, wie es eigentlich sein sollte.
  • Statt selbstständig zu denken und zu arbeiten, lernen die Schüler am Computer letztendlich nur sich zu fügen. Sie werden zu Angepasstheit, Rezeptivität und Autoritätsgläubigkeit erzogen.
  • Das Programm geht in aller Regel nicht auf Schülerbeiträge ein, die abseits vom Thema liegen (Fragen, Zweifel etc.).
  • Computerlehre ist auf die bloße sachliche Informationsvermittlung beschränkt. Es fehlt ihr die emotionale Komponente, welche der menschliche Lehrer mit einbringt.
  • Zu einem wirklichen Handeln kommt der Schüler am Computer allenfalls dann, wenn er selbst programmiert.
  • Computerlehre bricht die kindliche Spontaneität und zerstört die kindliche Kreativität.
  • Computerlehre beeinträchtigt die Entwicklung der Kritikfähigkeit. Besonders jüngere Kinder verfügen noch nicht über die nötige Erfahrung, um die Glaubwürdigkeit der Computerinformationen zu überprüfen.
  • Der Computer ist nicht in der Lage wirklich zu verstehen
  • Computerlehre fördert mehr ein oberflächlich rezipierendes Lernen als Verstehen [Sacher 1990]

Lernen im Digitalen Zeitalter

Welche Zeile werden verfolgt, wenn Medien, wie Video, DVD’s oder Internet im Unterricht eingesetzt werden? Nun, die Schülerinnen und Schüler sollen:

  • Medienbotschaften verstehen und kritisch hinterfragen
  • Medien sinnvoll nutzen und ihre Wirkungen reflektieren
  • Medien gestalten und zur Kommunikation sinnvoll einsetzen
Medien in ihren Produktionsbedingungen und in ihrem Bezug zur gesellschaftlichen Wirklichkeit erkennen und verstehen [Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden- Württemberg].

Zur Erläuterung der einzelnen Punkte:

Die Schülerinnen und Schüler sollen mit Medienbotschaften kritisch umgehen, was bedeutet, dass es nicht ausreichend ist, sich einfach auf eine dieser berühmt, berüchtigten  Hausaufgaben Seiten im Internet zu „googeln“ und die gefunden Informationen sofort als relevant und richtig betrachten. Vielmehr geht es darum, eine Vielzahl an Informationen zu finden und aus diesen dann die richtigen herauszufiltern. Natürlich wirkt dieses Angebot auf Schüler immer sehr verlockend, wenn man in Google seinen Suchbegriff eintippt, eine Seite angezeigt bekommt, sich diese dann ausdruckt und seinem Lehrer am nächsten Tag eine Lösung präsentieren kann. Aber ob diese dann auch gleich die richtige ist, bleibt weiter fraglich.

Weiterhin sollen die Schülerinnen und Schüler die Medien sinnvoll nutzen. Sollten sie, wie zum Beispiel in der Realschule üblich, im Fach Geographie  Präsentationen halten müssen, ist es sinnvoll, wenn sich diese dann nicht nur auf den reinen mündlichen Vortrag beschränken. Es ist sogar sehr sinnvoll, wenn man in eine Präsentation nach Möglichkeit eine kleine Filmsequenz oder ähnliches einbaut. Dies lockert die träge eines verbalen Vortrags erheblich und liefert bei einer anschließenden Diskussion zusätzlichen Gesprächsstoff.

Hier schließt sich dann auch gleich schon der dritte Unterpunkt an. Medien gestalten und zur Kommunikation einsetzen. Man kann durch den gezielten Einsatz, beispielsweise eines Films, einen Vortrag durchaus ansprechender gestalten. Sollte etwa in Fach Erdkunde das Thema Polargebiete dargestellt werden, so ist es durchaus denkbar, dass eine kurze Filmsequenz aus „Ice Age“ gezeigt werden könnte. Die Schüler kennen alle diesen Film und dies sorgt für die notwendige Kommunikation der Schüler untereinander und auch zum besseren Verständnis für die zu präsentierende Thematik.

Natürlich sollten auch die Produktionsbedingungen und deren Bezug zur gesellschaftlichen Wirklichkeit erkannt und verstanden werden. Man sollte also niemals das preisgekrönte Werk von Dan Brown „Sakrileg“ oder den Film „Davinci Code – Sakrileg“ als Grundlage nehmen und sich aufgrund dieser wagen Behauptungen im Buch auf die Suche nach dem heiligen Gral machen. An diesem Beispiel wird deutlich, dass dies nur dem Amüsement der Zuschauer im Kino oder der Leser des Buches galt und nicht als wissenschaftliche Grundlage. Diese Geschichte hebt sich doch deutlich von der gesellschaftlichen Wirklichkeit ab.

Computereinsatz im Englischunterricht

Computer, Internet & Co. können gerade im Fremdsprachenunterricht eine wichtige Funktion erfüllen und den Lernprozess aller Schülerinnen und Schüler entscheidend voranbringen, wenn sie durchdacht und zweckgerichtet eingesetzt werden. Zu bedenken ist dabei, dass ihr Einsatz auf der andren Seite auch Grenzen hat und nur dann effektiv und effizient sein kann, wenn die Schülerinnen und Schüler entsprechend vorbereitet und geübt sind [Hobrecht 2004].

Wie lässt sich der Computer im Englisch gezielt einsetzen? Es dürfte klar sein, dass der Computer in einem Fach, das großen Wert auf die sprachlichen Kompetenzen legt, wenig hilfreich ist. Natürlich kann man Grundlagen schaffen, indem man beispielsweise auf E- Mailprojekte oder ähnliches zurückgreift. Dabei können die Schülerinnen und Schüler lernen, wie man ordentlich und formgemäß „Briefe“ verfasst.

Man kann aber Landeskundliche Unterrichtseinheiten durch die zu Hilfenahme von Computern interessanter gestalten. Als Beispiel: Die Britischen Inseln. Dafür sind im Lehrplan für Realschule bis zu sechs Unterrichtsstunden eingeplant.

Landeskunde ist ein steter Begleiter des Fremdsprachenunterrichts. In den unteren Jahrgangsstufen lernen die Schülerinnen und Schüler das fremde  Land meist durch eine fiktive Familie in einer englischen Stadt kennen [vgl. Englisch G, Red Line, Green Line] später werden ihnen ausgesuchte landeskundliche Themen angeboten [Hobrecht 2004].

Dabei ist nun fraglich, wie sich der Lerneffekt bei einer fiktiven Familie im Zeitalter von Internet, MMS und UMTS

auswirkt. Die Frage, die sich jeder Lehrer dabei stellen muss ist, ob es sinnvoll ist, mit einer fiktiven Familie zu arbeiten oder ob es sich möglicherweise anbietet, eine reale Familie oder Gruppe gleichaltriger Kinder oder Jugendlicher zu finden und das anstehende Projekt mit denselbigen durchzuführen. Fast jeder Schüler, selbst in den unteren Klassenstufen, kennt sich mit Internet, Computern und den neuen „Alleskönner“ Handys aus.

Nun was wäre beispielsweise bei einem Computergebundenen Projekt über die Britischen Inseln zu beachten?

Endergebnis des Projekts soll eine Karte der Britischen Inseln sein. Durch Anklicken der Namen von Städten und Sehenswürdigkeiten soll sich jeweils eine Informationsseite öffnen, auf der Fotos mit einem kurzen erklärenden Satz zu finden sind. Aufgabe der Lerngruppe wir es sein,

  • Orte und Sehenswürdigkeiten auszuwählen,
  • Bilder zu suchen,
  • Aussagesätze zu bilden,
  • Bilder und Sätze in eine Musterseite einzufügen,
  • Eine Starseite zu gestalten und
  • die Seiten miteinander zu verknüpfen [Hobrecht 2004]
Es ist klar, dass sich für die Durchführung dieses Projekts, die Lehrerin oder der Lehrer mehr als durchschnittlich mit diversen Programmen wie Mediator, Frontpage oder Dreamweaver auskennen muss. Es erfordert durchaus mehr Zeit zum planen, da es mit einer Vielzahl von Schülern immer schwierig sein wird, einen gesetzten Zeitplan einzuhalten um das Projekt fertig zu stellen und anschleißend auch noch zu besprechen. Schließlich sollen die Essentials der Arbeit nicht verloren gehen.
Es gibt auch viele Seiten im Internet, die von Schülern gerne genutzt werden. So wie beispielsweise das Online- Wörterbuch „Leo„.Hierbei handelt es sich um ein Wörterbuch, bei dem zwischen den Übersetzungsmoden „Englisch- Deutsch“ und „Deutsch- Englisch“ wählen kann. Ein weiteres Highlight auf der Seite ist, dass verschiedene Wörter nicht nur in Schriftform mit ihren Stammwörtern aufgelistet werden, sondern auch einige in gesprochener Form als Midi- File vorliegen. So können Schülerinnen und Schüler nicht nur Schriftformen lernen, sondern können auch ihre Aussprache unbekannter Vokabeln trainieren.Eine andere Seite, die von Lernenden im Internet häufig besucht wird ist „Englisch Grammar Online 4 U“. Es ist eine interaktiv gestaltete Seite, auf der man sich in Grammatik, Schreiben, Vokabeln und vielen weiteren Punkten verbessern und sogar testen kann. Außerdem ist auf der Seite auch eine extra Rubrik für Lehrer, ein Lehrerforum, eingerichtet, in dem sich Lehrerinnen und Lehrer austauschen können und Unterrichtsentwürfe online stellen können.Auch in der Oberstufe sollte man nicht unbedingt auf den Einsatz von Computern im Fremdsprachenunterricht verzichten. Das Projekt „Practising Writing Skills (zu deutsch: Schreibfähigkeiten verbessern)“ stellt eine Möglichkeit dar, den Computer gezielt einzusetzen.Um was geht es dabei genau? Die Verbesserung des fremdsprachlichen Schreibens im Englischunterricht stößt häufig an organisatorische und methodische Grenzen, wenn es um die gemeinsame Überarbeitung, Visualisierung und Auswertung von Schülertexten geht. Dieser Beitrag stellt einen konsequent prozessorientierten Ansatz vor und zeigt eine Möglichkeit, wie Computereinsatz im Englischunterricht für eine Förderung sprachlicher Fähigkeiten (writing skills) der Schüler nutzbar gemacht werden kann. Durch die Anwendung von Textverarbeitungsprogrammen werden Schülerinnen und Schüler mit Strategien vertraut gemacht, mit deren Hilfe sie ihre textanalytischen und interpretatorischen Kompetenzen angemessener versprachlichen können; insbesondere wird hierbei die Verwendung von Strukturgebenden connectives beim Schreiben von Texten eingeübt. Die Lerner können die Strategien zunehmend selbstständiger beim Verfassen von Texten anwenden und gelangen somit zu einem inhaltlich kompetenteren und stilistisch sicheren Umgang mit Schreibaufgaben [Hobrecht 2004].

Computereinsatz im Erdkundeunterricht

Für die Erdkunde oder Geographie eignet sich das Internet hervorragend als Materialienquelle. Dabei ist ebenfalls, wie unter I. erläutert, abzuwägen, wie gut sich die gefundenen Materialien eignen.

Es gibt mehrere Seiten im Internet, die sich gleichermaßen für Schüler und Lehrer eignen. So beispielsweise die „goescience online“ Seite „www.g-o.de“.

Am Beispiel dieser Homepage soll gezeigt werden, wie das Internet als „Materialiensteinbruch“

  • Für Lehrkräfte zur Vorbereitung von Stunden genutzt werden kann oder
  • Schüler zum Beispiel zur Erstellung von Präsentationen, zur Vor- oder auch Nachbereitung des Unterrichts verwendet werden kann [Hobrecht 2004]
Die Rolle des Lehrers verändert sich durch den Einsatz von Medien. Er ist nicht mehr das einzige Medium mit dem Charakter der Ausschließlichkeit. Er wird vielmehr zum „Moderator“, der den effektiven Einsatz der Medien plant, der selbstständigen Umgang mit den Medien ermöglicht, der die kritische  Auseinandersetzung mit den Medien anregt und der Raum für Handlungen schafft. Weil jede mediale Information als Verfremdung der Wirklichkeit eine Manipulation darstellt, kann auf die steuernde Funktion des Lehrers kaum verzichtet werden. Die durch den Medieneinsatz provozierte kritische Stellungnahme der Schüler führt zu deren begründeter Meinungsbildung [Haubrich 1997].

Viele Geographielehrerinnen und Geographielehrer sind trotz moderner Technik nicht von den herkömmlichen Anschauungsobjekten, wie Karten, Reliefabbildungen und Modellen abzubringen. Sie bieten einfach eine bessere perspektivische Ansicht der Wirklichkeit. Ein Geographiedozent der Universität Giessen, Dr. Werner Nink, sagte in seiner Veranstaltung „Didaktik der Geographie“ im Wintersemester 2005/ 2006 „Kein Modell, keine Karte oder sonstige verwandte Darstellung ist so gut wie die Wirklichkeit“. Damit hat er Recht. Für die Schülerinnen und Schüler ist es wichtig, dass sie einen Bezug zur Wirklichkeit erhalten. Sie sollen fühlen und sehen gleichermaßen erleben. In der Gesteinslehre ist es denkbar ungünstig, die verschiedenen Gesteine als Bild aus dem Internet zu zeigen. Es bietet sich vielmehr an, ein Stück dieses Gesteins mit in den Unterricht zu bringen und die Schülerinnen und Schüler durch Anfassen lassen die Oberfläche und Beschaffenheit des Gesteins selbst erklären zu lassen.

Für Erdkunde bieten sich auch Exkursionen an, die von dem strikten Klassenzimmerunterricht eine willkommene Abwechslung bieten. Für die Stadtgeographie beispielsweise bietet sich die Verknüpfung von Computern und der Wirklichkeit an. Sollte man die Stadtplanerischen Gegebenheiten von Karlsruhe erörtern wollen, so könnte man hier für den Unterricht eine Übersicht aus Google- Earth als Vorbereitung mitbringen, bevor die Schülerinnen und Schüler selbst in der Stadt ausschwärmen und so versuchen mehr über das Stadtbild herauszufinden. Dennoch ist keine virtuelle Darstellung so gut wie die Realität, die wir vor Augen haben und gegebenenfalls auch selbst anfassen können.

Computereinsatz im Politikunterricht

Welche Rolle spielt der Computer in der politischen Bildung? Der Computer kann den herkömmlichen Unterricht optimieren. Er kann Instrument sein, um ein fachliches, mehr oder weniger computerunspezifisches, Ziel der politischen Bildung hinsichtlich kognitiver und instrumenteller Teilziele zu erreichen (zum Beispiel Bevölkerungshochrechnungen, Analyse von Alternativen von Besteuerrungssystemen). In diesem Konzept tritt der Computer an die Stelle bisheriger Unterrichtsverfahren, um diese zu optimieren [Vichtbauer 1996].

Wie eignet sich nun der Einsatz von Computern im Politikunterricht? Zum einen kann man selbst im Internet nach aktuellen Informationen von Beispielsweise Bundestags- oder Landtagswahlen suchen. Die Ergebnisse dieser Wahlen sind meist schneller im Internet aktualisiert als sie in Radio oder Fernseher durchgegeben werden. Zudem kann durch den Einsatz von Tabellenkalkulationsprogrammen auch eine eigene Hochrechnung erstellt werden. So kann zum Beispiel der Unterricht nicht nur zur Analyse der Wahlergebnisse genutzt werden, sondern auch zur Erschaffung eigener Diagrammdarstellungen von Gewinn und Verlust der einzelnen Parteien und deren Sitzverteilung, vielleicht sogar im Austausch mit Schulen aus anderen Regionen des gleichen Bundeslandes. Wahrscheinlich wird die computergestützte Telekommunikation künftig für die Schule und den Unterricht wichtiger werden, als der isolierte Einsatz eines Computers als Rechen- und Datenspeichergerät. Ende 1994 fand in München eine Tagung mit dem Thema „CD- Rom und Online- Lernen mit dem Computer“ statt, die – gesponsert durch den Burda Verlag -, auch die wirtschaftlichen Interessen erkennen ließ, die mit dieser Entwicklung verbunden ist [Vichtbauer 1996].

Das die politische Bildung bestimmende Motiv der politischen Mündigkeit in sozialer Verantwortung kann in einem sinnvollen und plausiblen Zusammenhang mit einem Computergestützten Unterricht gebracht werden [Vichtbauer  1996].

Das Internet bietet auch einen gewisse „Nähe“ zur Welt. Es ist Schülerinnen und Schülern möglich auf Seiten von großen Nachrichtensendern aktuelle Informationen zu politischen, wirtschaftlichen und sozialen Themen zu erlangen. Es ist wichtig, dass der Zugang zu diesen Aktuellen Informationen gewährleistet ist und dass auch die Lehrerinnen und Lehrer ein tägliches „Update“ für sich selbst machen.

Resümee

Ich persönlich halte den Einsatz von Computern im Unterricht durchaus für sinnvoll. Dennoch muss auch ich hierbei, Bezug nehmend auf meine Fächer, differenzieren. Ich halte es für Sinnvoll, Computer in Englisch und Politik einzusetzen und auch ganze Unterrichtseinheiten nur darauf zu stützen. So kann ich mir beispielsweise vorstellen, Landeskundliche Aspekte über Großbritannien und die USA über Internetrecherche zu vermitteln, da man aufgrund der großen Entfernung nicht schnell nach London oder Washington fliegen kann. In Geographie halte ich es für sinnvoller mehr Anschauungsmaterialien einzusetzen als mit virtuellen Beispielen zu arbeiten, die den Schülerinnen und Schülern nur ein sehr abstraktes Bild vermitteln können. Aus Sicht der Geographie bietet der Computer und seine dazugehörigen Medien lediglich eine Art Hilfsmittel, durch das man seine Realen Beispiele nur unterstützen kann. Damit meine ich, dass man etwa beim Thema Wüste verschiedene Sande aus verschiedenen Wüsten vorzeigen kann und diese parallel durch Bilder, sei es Powerpoint oder Folie, an die Wand projiziert und den Schülerinnen und Schülern eine Erklärung gibt.

Die Gefahr, die ich beim computergestützten Unterricht sehe ist, dass sich die Lehrerinnen und Lehrer in eine technische Abhängigkeit hineinbewegen. Der ganze Unterricht beruht darauf, dass der Computer, das Internet, der Beamer und was sonst so gebraucht wird reibungslos funktionieren. Doch wenn dies nicht der Fall ist, braucht es einen schnellen Plan, damit der Unterricht dennoch stattfinden kann. Ich will Computer nicht schlecht reden, da selbst gerne damit arbeite und auch schon im Praktikum in der Schule verwendet habe. Ich möchte nur selbst verhindern in dieser technischen Abhängigkeit zu stehen und mich darauf verlassen zu müssen, dass die Maschine immer das macht was ich auch möchte.

Der Schulunterricht der der Zukunft ist elektronisch. Unsere Schüler gehen „on line“. Computer, Modem, CD- Rom und auch E- Mail ersetzen beziehungsweise sollen ersetzen Füller, Hausaufgabenheft, Schulglocke und Klassenklatsch [Vichtbauer 1996].

Man sieht diese Entwicklung schon an fast jeder deutschen Hochschule. Wenn Studierende in ihren Vorlesungen sitzen und fast jeder seinen Laptop vor sich stehen hat. Ich persönlich finde es wichtig, dass wir an Hochschulen Computer benutzen. Schade dabei ist nur, dass man oft den zwischenmenschlichen Kontakt vernachlässigt. Viele Professoren und Dozenten sind nach ihren Veranstaltungen meistens sehr in Eile und daher sind die Sprechstunden oft sehr voll, was dazu führt, dass man mit ihnen nur noch per Mail kommunizieren kann. Ich finde, dass das eine der negativen Seiten in unserer durch Computer gesteuerten Zeit ist.

Ein weiterer Punkt ist, dass die Schülerinnen und Schüler sich meistens besser an diesen Maschinen auskennen als ihre Lehrer. Vor allem für ältere Lehrerinnen und Lehrer stellt dies oft ein Problem dar, da sie sich sehr

schwer tun, an die neue Technik und Arbeitsmethode zu gewöhnen. Es sollte also schon jetzt an Hochschulen Pflicht werden, dass angehende Lehrerinnen und Lehrer einen Computerkurs machen um die sich rasant entwickelnde Umstellung auf die neuen Medien nicht zu verpassen und es dann später so schwer haben, wie ihre älteren Kolleginnen und Kollegen.

Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass ich selbst in der Entwicklungsphase der Computer aufgewachsen bin und schon immer mit ihnen zu tun gehabt habe. Daher finde ich es auch gut, dass die Computer immer fester in den Schulalltag rücken und es auch spezielle Fächer gibt, in denen der Umgang mit Computern geschult wird. Auch heute noch gibt es viele Familien, die keinen Computer haben und deren Kinder haben somit auch keine Chance, sich an den Umgang zu gewöhnen. Problematisch ist das für die Schule noch nicht. Erst später im Berufsleben, wo heute jeder Werkzeugmechaniker und Elektroinstallateur mit Computern umgehen muss, werden die Probleme auftreten.

Literatur:

  1. Sacher, Werner: Computer und die Krise des Lernens. Eine pädagogisch- anthropologische Untersuchung zur Zukunft des Lernens in der Informationsgesellschaft. Bad Heilbronn: Verlag Julius Klinkhardt, 1990
  2. Vichtbauer, Hans Peter: Der Computer in der politischen Bildung. Konzeptionen- Unterrichtspraxis. Kleine Reihe Politische Bildung, Didaktik und Methodik. Schwalbach: Wochenschau Verlag, 1996
  3. Hinzmann, Meike Janine: Kannegießer, Jana: Einsatzmöglichkeiten, Grenzen und Auswirkungen des Computers im Politikunterricht. Eine empirische Untersuchung an Göttinger Gymnasien und Gesamtschulen. Hamburg: Verlag Dr. Kovac, 2005
  4. Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden- Württemberg: Medienzeit Praxisbaustein. Bewegte Bilder zaubern – Video und Computer im Unterricht. Donauwörth: Auer Verlag, 2001
  5. Hobrecht, Petra (Hrsg.): Computer, Internet & Co. im Englisch Unterricht. Berlin: Cornelsen Verlag Scriptor GmbH und Co. KG, 2004
  6. Hobrecht, Petra (Hrsg.): Computer, Internet & Co. im Erdkunde Unterricht. Berlin: Cornelsen Verlag Scriptor GmbH und Co. KG, 2004
  7. Haubrich, Hartwig …: Didaktik der Geographie Konkret, 3. Neubearbeitung. München: Oldenburg Schulbuchverlag GmbH, 1997

2 Gedanken zu „Computer und neue Medien im Unterricht

  1. Vielen Dank für Ihren Kommentar!

    Es ist in der Tat schwierig, die vielen Meinungen unter einen gemeinsamen Hut zu bringen. Dabei sollte auch immer auf Neutralität, beziehungsweise Bildungsziele geachtet werden. Es geht ja nicht darum, Kinder und Jugendliche mit elektronischem Spielzeug auszustatten, sondern ihnen einen sinnvollen Umgang mit Medien beizubringen.

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